Konzeptstudie

KULTUR- UND KONGRESSZENTRUM BAYREUTH

BAYREUTH
Ellmer & Ellmer

Städtebauliche Eingliederung

Das Kultur- und Kongresszentrum wurde, seiner städtebaulichen Bedeutung entsprechend, in den historischen Stadtkern der Stadt Bayreuth eingebunden. Es ist zwischen den historischen Achsen Friedrichstraße, Ludwigstraße und dem Hofgarten angesiedelt und hat so ein attraktives Umfeld mit guter Erreichbarkeit. Durch die unmittelbare Einbindung in den Stadtkern können die Besucher dieses barocke Ensemble genießen und auf kürzestem Wege und bequem zu Fuß die Innenstadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten und den Shopping-Bereich „Marktplatz“ mit seinen zahlreichen Gastronomieangeboten erreichen.

Unter „einem Dach“ entsteht für die Bevölkerung ein offenes und lebendiges Forum mit einer multifunktionalen Nutzung. Die Stadt Bayreuth ist mit den angebotenen kulturellen Ereignissen und Kongressen an einer ihrer attraktivsten Stellen erlebbar. Das neue Zentrum verbindet in idealer Weise Theater, Konzerte, Kongresse und Tagungen. Eine derart komplexe Einrichtung ist für die Kultur- und Universitätsstadt Bayreuth von aller größter Wichtigkeit. Die zentrale und überregionale Bedeutung der Stadt Bayreuth als Kultur- und Universitätsstadt wird erweitert und die Botschaft der Stadt Bayreuth als Kultur- Universitäts- und Kongress–Stadt, durch die städtebauliche „Signalwirkung“ des neuen Zentrums unterstrichen. Die Besucher befinden sich in einem angenehmen und reizvollen Umfeld und können die vorhandene Infrastruktur (Gastronomie, Geschäfte) nutzen.

Die historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt

  • Innenstadt
  • Hofgarten
  • Villa Wahnfried
  • Markgräfliches Opernhaus
  • Kirchen
  • Altes und Neues Schloss
  • zahlreiche Museen

sind bequem fußläufig zu erreichen.

Bayreuths Bürger werden sich mit dem Kultur- und Kongresszentrum identifizieren. Das neue Kultur- und Kongresszentrum sorgt für positive Impulse für die Innenstadt und eine weitere „Belebung der Innenstadt“ und hat so alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vermarktung.

„Allerweltsstandorte“ am Stadtrand oder in Innenstadtlagen mit einem unattraktiven Umfeld können dieses Angebot nicht bieten und sind deshalb für ein bürgernahes und überregional bedeutendes Kultur- und Kongresszentrum ungeeignet.

Die Entwurfsidee – Das Nutzungskonzept

Die grundlegende Entwurfsidee ist die bestehende „Stadthalle“ um einen Kongressbereich zu erweitern, um so künftig Kultur und Kongress unter einem Dach anbieten zu können. Die anstehenden Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten an der „Stadthalle“ bieten die einmalige Chance, diese Entwurfsidee umzusetzen. Durch die erforderlichen Umbaumaßnahmen und Neuordnung der inneren Funktionsbereiche der Stadthalle ist es möglich einen modernen Kongressbereich anzugliedern. Der Kongressbereich entsteht auf dem „Geißmarkt“, der momentan als Parkplatz genutzt wird. Die bestehenden Fassaden –Balkonvorbau am „Großen Haus“ und die Fassade entlang des „Kleinen Hauses“- wurden in die Innenraumgestaltung des Foyers / Flure einbezogen. In Verbindung mit den glasgedeckten Fluren entsteht ein interessantes Raumerlebnis. Der Zugang zum Theater- und Konzertbereich erfolgt über das vorhandene Portal am Jean-Paul-Platz. In den Kongressbereich gelangt man von der Friedrichstraße über das historisch sehr wertvolle Sandstein-Portal. Die Formensprache des gebogenen Sandsteinportals wird in der geschwungenen Glasfassade des Kongressbereiches aufgenommen. Ein weiterer Zugang für das „Kleine Haus“ und die Tagungs- und Seminarräume ist von der Hofgartenseite her möglich. Herzstück des Kultur- und Kongresszentrums ist der Theater- und Konzertsaal, diesem sind der Kongressbereich mit Kongress-Saal und den verschiedene Tagungs- und Seminarräumen angegliedert. Ein großzügiges Foyer bildet das „Gelenk“ und stellt die Verbindung zwischen den beiden Bereichen her. Dadurch können Theater- und Konzertsaal, sowie der Kongressbereich unabhängig und getrennt voneinander, als auch gleichzeitig genutzt werden. Der zentral integrierte Catering – Bereich im „Gelenk“ verbindet in idealer Weise diese beide Bereiche. Die voneinander getrennte oder gleichzeitige Nutzung ist sichergestellt. Über dieses „Gelenk“ sind auch die Terrasse zum Hofgarten und der Hofgarten selbst mit direktem Zugang angebunden. Der Hofgarten als „grüne Lunge Bayreuth“ bietet in den „Pausen“ ein besonderes Erlebnis. Das Raumangebot ist funktionsgerecht und unter Einbeziehung und Neuordnung der bestehenden Bausubstanz der „Stadthalle“ variabel und individuell nutzbar; so werden alle Anforderungen und Wünsche der Veranstalter an ein modernes, innerstädtisches Kultur- und Kongresszentrum erfüllt.

Raumkapazitäten / Fassungsvermögen

Insgesamt stehen in dem neuen Kultur- und Kongresszentrum künftig ca. 3.845 Plätze (Reihenbestuhlung) zur Verfügung, die je nach Veranstaltungsgröße variabel aufgeteilt werden können.

Theater- und Konzertsaal – Bestand bzw. Neu
Die vorhandenen Plätze reichen aus um insgesamt 1.500 Personen aufzunehmen.

Reihenbestuhlung Parlament. Bestuhlung Längstische
Großes Haus 930 Pers. 332 Pers. 550 Pers.
Balkonsaal 365 Pers. 208 Pers. 280 Pers.
Kleines Haus 277 Pers.
Sitzung 1 96 Pers. 50 Pers. 84 Pers.
Sitzung 2 28 Pers. 12 Pers.
Foyer 1 180 Pers. 80 Pers. 150 Pers.
Foyer 2 140 Pers.
Foyer Balkonsaal 90 Pers.

Ausstellungsfläche ca. 1.000 m2

Kongressbereich

Der Kongressbereich kann weitere ca. 2.345 Personen aufnehmen.

Grundsätzlich gilt, dass alle Bereiche in Größe und Fassungsvermögen- durch den Einsatz mobiler Trennwände- den individuellen Bedürfnissen der Veranstalter (bis hin zu Großveranstaltungen, Bällen, Festveranstaltungen etc.) angepasst werden können.

Beispiel:

Kongress-Saal 1.250 Pers.
Tagungsraum 255 Pers.
Seminarraum 1 100 Pers.
Seminarraum 2 75 Pers.
Seminarraum 3 65 Pers.
Tagungsraum 2 345 Pers.
Tagungsraum 3 255 Pers.

Ausstellungs- und Präsentationsflächen

Je nach Größe und Bedeutung der einzelnen Veranstaltungen können bis zu 2.000 m2 Ausstellungs- und Präsentationsflächen in den Foyers und teilweise mit Glas gedeckten Fluren angeboten werden. Der Kongress-Saal ist zu Präsentations- und Ausstellungszwecken befahrbar. Weitere Ausstellungs- und Präsentationsflächen sind auf dem Vorplatz möglich.

Nebenräume und Technik

Die Toiletten sind zentral im 1.UG angeordnet und über das „Gelenk“ erreichbar. Die Technik für Heizung, Lüftung, Klima, Elektro-Zentrale werden von beiden Bereichen gemeinsam genutzt und sind in den Untergeschossen platziert. Ebenso die Lager für Stühle, Tische, Bühnendekoration etc. sowie die Lagerflächen für den Catering-Bereich. Der Materialtransport erfolgt über Aufzüge.

Gestaltung / Fassade

Das Zentrum ordnet sich harmonisch in die vorhandene Gebäudestruktur ein, ohne die innere und äußere Funktion des Zentrums zu beeinträchtigen. Die geschwungene Linienführung der Glasfassade ist ein wesentliches Element des Entwurfes und erzeugt eine spannungsvolle Platz- und Freiflächengestaltung. In der Glasfassade spiegeln sich die vorhandenen Gebäude und Bäume und verleihen dem Platz eine dem Kultur- und Kongresszentrum angemessene Atmosphäre. Die betont vertikal gegliederte „gläserne“ Fassade gewährt interessante Ein- und Ausblicke gleichermaßen, steigert das Raumerlebnis und unterstreicht die Leichtigkeit des Gebäudes. Mittels Schiebe- und Faltelementen kann der Kongress-Bereich zum Vorplatz hin geöffnet werden und als erweiterter „Pausen- Flannierbereich“ und als „Aktions- und Präsentationsfläche“ genutzt werden. Mit der Fassadengestaltung werden die städtebauliche „Signalwirkung“ und der bisher schon sehr hohe überregionale Wiedererkennungswert der „Stadthalle“ noch deutlich gesteigert. Die Gebäudeteile in Richtung Hofgarten tragen dem denkmalgeschützten Bereich des Hofgartens Rechnung.

Verkehrserschließung

Zentrale Bedeutung besitzen die historischen Straßenzüge der Friedrichstraße und der Ludwigstraße, der Jean-Paul Platz und der Hofgarten. Das neue Zentrum ist verkehrstechnisch sehr gut an das Busnetz der Stadt Bayreuth angebunden. So ist z.B. die Busverbindung von Bahnhof über den neuen ZOH und den Stadtring eine ideale Anbindung für Zugreisende. Die Zufahrt zu den Stellplätzen und der Tiefgarage erfolgt über die Jean-Paul-Straße. Die vorhandene Tiefgarage wurde erweitert. Insgesamt stehen 390 Stellplätze zur Verfügung. 359 Stellplätze in der Tiefgarage. 31 Stellplätze oberirdisch. Der direkte Zugangsbereich aus der Tiefgarage ins Foyer wird attraktiv und einladend gestaltet und erhält einen behindertengerechten Personenaufzug. Ein direkter Zugang zur Tiefgarage vom Hofgarten aus ist ein besonderer „Service“ speziell für die Hofgartenbesucher. Die Andienung des Zentrums erfolgt über eine Anlieferungszone, die im Bereich der Tiefgaragenzufahrt Jean-Paul-Straße angesiedelt ist. Die vorgehaltenen Stellplätze werden als ausreichend erachtet, zumal in vergleichbaren Innenstadtlagen von den Hotels „Shuttle-Busse“ angeboten werden. Der Einsatz von Sonderbussen und „park and ride“ ist allerorts Standart. Über die Einrichtung von „Kultur-Taxis“ sollte diskutiert werden.

Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit der Lösung- „alles unter einem Dach”- ergibt sich schon aus der Tatsache, dass alle technischen Einrichtungen (Heizung-Lüftung-Klima-Elektro) gemeinsam genutzt werden können. Bestuhlung, Tische, technische Ausrüstung etc. müssen nicht doppelt angeschafft und vorgehalten werden. Dies gilt auch für die Lagerflächen und die zentralen Toilettenanlagen. Im Hinblick auf die bevorstehende Sanierung und Modernisierung der „Stadthalle“ ist dies ein nicht zu unterschätzender Kostenvorteil. Bei einer „gemeinsamen Lösung“ fallen z.B. keine Kosten für den Grunderwerb an. Bei einem selbstständig geplanten Kongresszentrum ist der Grunderwerb ein enormer Kostenfaktor. Räumlich getrennte, selbstständige Zentren (Kultur-Theater in der Innenstadt und Kongress-Zentrum am Stadtrand ) führen zwangsläufig zu einer Verdopplung der Kosten in z.B folgenden Bereichen:

  • Herstellungskosten der Gebäude und Gebäudetechnik
  • Anschaffungskosten für Bestuhlung, techn. Ausrüstung
  • Vorhaltekosten für Bestuhlung, Geräte, techn. Ausrüstung, etc.
  • Management
  • Verwaltung und Personal
  • Miete
  • Betriebskosten
  • Bauunterhalt

Der wohl wichtigste Aspekt:

Um in einer Stadt zwei räumlich voneinander getrennte / eigenständige Einrichtungen wirtschaftlich zu betreiben, muss zwangsläufig die Anzahl der notwendigen Buchungen der Veranstaltungen mindestens verdoppelt werden, um die Auslastungen der einzelnen Einrichtungen nicht zu halbieren. Nur dann könnte jede Einrichtung für sich existieren. Die Devise muss lauten:

„Alles unter einer Regie und nicht gegeneinander in Konkurrenz treten“.

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