Kombilösung als Königsweg?

Stadthalle und Kongresszentrum als siamesische Zwillinge: Auf diese Lösung setzt der Architekt Dirk Ellmer. Die Idee von 2007 könnte jetzt durch den neuen Prüfauftrag des Stadtrats an die Verwaltung neue Aktualität bekommen.

Kombilösung als Königsweg?

Architekt Dirk Ellmer setzt auf Weiterentwicklung seines Vorschlags für ein Kongresszentrum an der Stadthalle

BAYREUTH
von Eric Waha
Nordbayerischer Kurier

Es ist fast auf den Tag genau fünf Jahre her, dass Architekt Dirk Ellmer seine Vorstellung von einer Lösung für ein Kongresszentrum im Kurier exklusiv vorgestellt hat: Kongress und Kultur an der Stadthalle eine Kombilösung, die jetzt neue Aktualität bekommt.

Dirk Ellmer sagt, das “wir bewusst alle Diskussionen vorüberziehen ließen, um ein bisschen Ruhe einkehren zu lassen. Wir möchten eine sachliche Diskussion, ohne Emotionen”, wenn der Vorschlag noch einmal ins Rennen geschickt werde.” Wir sind aber in den vergangenen Wochen immer wieder von unterschiedlicher Seite angesprochen worden, warum wir die Idee nicht weiterverfolgen”, sagt Ellmer. An der Idee von Damals hat sich in den Grundzügen wenig geändert: Nach Dirk Ellmers Worten, der zusammen mit seinem Vater Peter die Gesellschaft für Planung und Projektentwicklung Ellmer und Ellmer leitet, ist zwischen 2006 und 2007 in knapp einjähriger Planungsphase die Idee gereift, an die Stadthalle eine filigrane Kongress-Architektur anzugliedern, die etwa zwei Drittel des jetzigen Geißmarktplatzes einnehmen soll. Das großzügig verglaste und zur Westseite wellenförmig angelegte Gebäude schließt direkt an die Stadthalle und Kleines Haus an – was in einer kombinierten Nutzung von Stadthalle und Kongressanbau Kapazität für Kongresse mit mehreren tausend Teilnehmern bieten könnte. Ellmer spricht von 1250 Plätzen allein im geplanten großen Kongress-Saal, im Tagungsbereich kommt er nach aktuellen Berechnungen auf bis zu 2345 Plätze.

“Die Stadthalle könnte als reines Theater genutzt werden – was ihre Zukunftsfähigkeit erhöht. “

Architekt Dirk Ellmer

Architekt Dirk Ellmer
Foto: Eric Waha

Im Gegensatz zur früheren Planung hat Ellmer auch für die Hotelfrage eine Lösung auf dem Gelände parat und zusätzlich eine weitere Option in der Nähe in der Tasche. “Wir könnten auf und neben dem Kongressteil ein Hotel mit 100 Zimmern vorsehen, ohne mit der Sichtachse zum Hofgarten in Konflikt zu kommen”, sagt der Architekt.
Was die Planung, die mit Auslöser für eine Debatte um ein Kongresszentrum für Bayreuth war, aus Sicht des Architekten reizvoll macht, ist die mehrfache Symbiose, die möglich wird: “Es kann sehr viel gemeinsam genutzt werden: Heizung und Catering, zum Beispiel, können für die Stadthalle und das Kongresszentrum gemeinsam vorgehalten werden. Außerdem wäre es möglich, erst den Kongressteil anzubauen – die Tiefgarage unter dem Geißmarkt muss ja ohnehin dringend saniert werden – und dann im Anschluss die Stadthalle sanieren. Konzerte und Theater können in der Zeit ins Kongresszentrum ausweichen.” Die Tiefgarage könne nach der aktuellen Planung um mehr als 100 Plätze  in Richtung Hofgarten erweitert werden. “Ohne dass es Probleme mit dem Grundwasser geben würde. Das haben wir geprüft und mit der Schlösserverwaltung abgestimmt.”, sagt Ellmer.  “Ein großer Vorteil ergäbe sich auch für die Stadthalle: Die könnte dann nämlich als reines Theater genutzt werden- was ihre Zukunftsfähigkeit deutlich verbessert.”

Die innenstadtnahe Kombilösung, zu deren Kosten Ellmer zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage treffen will, würde dem angekündigten Sparkurs der Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe – die im Kurier-Interview die Ellmer-Lösung angeschnitten hatte – entgegenkommen, sagt der Planer.

Stadtbaureferent Hans-Dieter Striedl, der vom Stadtrat den (erneuten) Auftrag hat, Vorschläge für ein Kongresszentrum zu erarbeiten, sagt auf Nachfrage: “Die Lösung an der Stadthalle ist sicher eine der Denkvarianten. Der Knackpunkt wird bei allen Lösungen jedoch die Finanzierbarkeit sein.” Die Stadt müsste – trotz klammer Kasse- so ein Projekt selber tragen. “Es gibt sehr wenige, privat getragene Kongresszentren in Deutschland, was Hinweis darauf ist, dass so etwas wohl eher weniger wirtschaftlich funktioniert, sondern dass man natürlich auf Umwegeffekte setzen müsste – und dann den gesamtwirtschaftlichen Effekt für die Stadt betrachten muss.” Mit der Sanierung der Stadthalle könne man in jedem Fall nicht mehr lange warten, “in wichtigen Bereichen müssen wir spätestens nächstes Jahr ran”.

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